Der Menehune-Mythos

Es ist darin die Rede von Dingen, Wesen, Orten und Ereignissen, bei deren Erwähnung viele sofort abwinken, nicht zuletzt auch, da vieles davon von der modernen Wissenschaft teilweise vehement zurückgewiesen wird.

Wie gesagt, es ist ein Mythos. Sie können es folglich als Überlieferung aus prähistorischer Zeit oder als frei erfundene Geschichte betrachten – oder irgendetwas dazwischen.

(Die vollständige Fassung finden Sie in: Serge Kahili King: Kahuna Healing. Die Heilkunst der Hawaiianer, Lüchow Verlag, Freiburg i. Br. 1997, S. 18 ff.)

Dieser Sage nach gelangte irgendwann in grauer Vorzeit eine Menschenrasse aus einem weit entfernten Sternensystem (heute die Plejaden) auf der Flucht vor einer Katastrophe zur Erde, die sie zusammen mit einem Schwesterplaneten, der heute nicht mehr existiert, sie als ihre neue Heimat wählten. Hier auf der Erde sollen sie den sagenhaften Kontinent Mu im heutigen Pazifik als Siedlungsort ausgewählt haben, um mit dem Neuaufbau ihrer Zivilisation zu beginnen. Sie selbst bezeichneten sich entsprechend als die „Menschen von Mu“ oder einfach „Mu“.

Die Erdbewohner nannten ihre neuen, vergleichsweise kleinwüchsigen, aber sehr fleißigen neuen Nachbarn Menehune oder Manahuna, die „Menschen des geheimen Wissens“ denn sie verfügten nicht nur über äußerst fortgeschrittene Technologien, sondern auch, was man heute landläufig „übersinnliche“ Kräfte nennt.

Nachdem sie sich auf der Erde sicher zu fühlen begannen, fingen die Mu an, die Erdmenschen dieses Wissen, das sie Huna nannten, nach und nach zu lehren. Sie entwickelten auch eine neue, einfach strukturierte Sprache, um darin ihr Wissen zu verschlüsseln und es weiterzugeben, solange die Sprache gesprochen würde: das Polynesische, von dem die hawai’ische Sprache einen Dialekt bildet.

Mit der Zeit bildeten sich drei Orden heraus, die sich jeweils auf andere Gebiete konzentrierten: Der Ku-Orden (die „Emotionalen“) befasste sich unter anderem mit Politik, Wirtschaft, körperlicher Therapie, Sport und Kriegführung, im Lono-Orden (die „Intellektuellen“) waren Handwerker, Wissenschaftler, Techniker und Kräuterheilkundige, während die Leute vom Kane-Orden (die „Intuitiven“) Mystik, Metaphysik und Psychologie bzw. Psychotherapie erforschten. Die Schamanen waren Angehörige des letzteren.

Es folgte eine jahrhundertelange Ära des globalen Fortschritts, die kurz davor stand, eine Weltzivilisation zu begründen, als der Schwesterplanet durch eine von seinen Bewohnern verursachte globale Katastrophe vollständig zerstört wurde.

Das plötzliche Fehlen eines ganzen Planeten erzeugte schlagartig ein Ungleichgewicht im Sonnensystem, das die Nachbarplaneten auf neue Umlaufbahnen um die Sonne zwang. Auf der Erde waren die Folgen verheerend: Gigantische Vulkanausbrüche und Erdbeben, ganze Kontinente versanken im Meer, während andere daraus auftauchten. Als alles vorbei war, war die Erdoberfläche nicht wiederzuerkennen. Nur Wenige hatten überlebt, alle Zivilisation war vernichtet. Vom Kontinent Mu waren nur einige verstreute Inselgruppen übriggeblieben, der Rest lag nun tief unter der Meeresoberfläche.

Da viele Menschen den Mu die Schuld an der Katastrophe gaben, versteckten sich die wenigen Davongekommenen. Sie zeigten sich nur noch selten und wurden nach vielen Generationen zumeist vergessen. Alles, was blieb, waren Geschichten über merkwürdige kleine und sehr scheue Menschen.

Vor der Katastrophe – vielleicht der Ursprung der vielen ähnlichen Sintflut-Erzählungen in so vielen Kulturen der Welt – hatten die Menehune ihre Lehre und ihr Wissen mithilfe ihrer Schüler über den ganzen Globus verbreitet, die überall ihre eigenen Huna-Schulen gegründet hatten. Einige dieser Menschen waren übrig geblieben und begannen erneut zu lehren, wenngleich nunmehr meist ohne Kontakt zu- oder sogar Kenntnis voneinander. Folglich wurde dieses Wissen mit der Zeit Teil der jeweiligen Traditionen und Überlieferungen, was gleichzeitig dazu führte, dass seine Einheitlichkeit nicht mehr gewährleistet werden konnte. So blieb die ursprüngliche Einfachheit des Huna an einigen Orten mehr oder weniger erhalten, während es anderswo so sehr verzerrt wurde, dass es praktisch unbrauchbar wurde.

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